| 8. 6. 2026 | 15 Min. Lesezeit

Cyberangriffe, Bedrohungen, ihre Arten und wie man sie verhindern kann

Ein einziger Klick auf den falschen Anhang – und das gesamte Firmennetzwerk steht offen. Cyberangriffe treffen längst nicht mehr nur Konzerne: Laut BSI Lagebericht 2024 werden täglich durchschnittlich 309.000 neue Schadprogramm-Varianten bekannt – ein Anstieg von 26 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Laut IBM Cost of a Data Breach Report 2024 verursacht ein einzelner Sicherheitsvorfall durchschnittlich 4,88 Millionen US-Dollar Schaden. Die Methoden werden raffinierter, die Angriffsvektoren vielfältiger – Angreifer nutzen Schwachstellen in Software, menschliches Fehlverhalten und KI-gestützte Täuschung gleichermaßen.
Dieser Überblick zeigt dir die 12 häufigsten Angriffsarten, wie sie funktionieren und welche Schutzmaßnahmen tatsächlich wirken.

Systemarchitektur der Cybersicherheit mit Phishing, Malware und DDoS. 

In diesem Artikel erfährst du:

    Was sind Cyberangriffe?

    Cyberangriffe sind Versuche, Informationsressourcen und -systeme in Computernetzwerken zu stehlen, zu verändern, zu zerstören, zu stören oder unbrauchbar zu machen. Man unterscheidet zwei Hauptkategorien:

    Interne Bedrohungen – Diese entstehen, wenn Personen mit legitimem Systemzugang ihre Berechtigungen missbrauchen – absichtlich oder unabsichtlich. Beispiele sind verärgerte Mitarbeiter oder Auftragnehmer, die Schwachstellen ausnutzen.

    Externe Bedrohungen – Hier handelt es sich um Angriffe von außen, z. B. durch kriminelle Organisationen oder Hacker ohne Bezug zum betroffenen System.

    Die Ziele von Cyberangriffen reichen von Einzelpersonen über Unternehmen bis hin zu staatlichen Institutionen. Bei Angriffen auf Organisationen geht es oft um den Zugriff auf sensible Daten wie geistiges Eigentum, Kundendaten oder Zahlungsinformationen.

    Wie funktioniert ein Cyberangriff?

    Ein Cyber-Angriff beginnt damit, dass der Angreifer ein Ziel auswählt. Dabei kann es sich um eine Person, eine Organisation oder eine bestimmte Schwachstelle handeln, z. B. eine veraltete Software oder eine schwache Sicherheitskonfiguration. Angreifer sammeln Informationen über das Ziel durch Techniken wie das Scannen von Netzwerken, die Suche nach ungeschützten Systemen oder sogar das Auswerten von öffentlich zugänglichen Online-Daten. Sobald sie über genügend Informationen verfügen, nutzen sie Schwachstellen im System aus, um sich unberechtigten Zugang zu verschaffen.

    Schritte eines Cyberangriffs

    Erstmaliger Zugriff: Ein Angreifer verschafft sich Zugang zum System, indem er häufig Schwachstellen ausnutzt oder Social-Engineering-Methoden wie Phishing einsetzt, um Benutzer zur Herausgabe ihrer Daten zu verleiten. Dazu können auch Brute-Force-Angriffe auf schwache Passwörter oder die Verwendung von gestohlenen Zugangsdaten aus früheren Datenschutzverletzungen gehören.

    Ausführung: Nachdem er ein System infiltriert hat, kann der Angreifer bösartigen Code ausführen, der oft als legitime Software getarnt oder in Dateien wie E-Mail-Anhängen eingebettet ist. Der Code stellt normalerweise eine Verbindung zum Server des Angreifers her und lädt zusätzliche Schadsoftware oder Anweisungen herunter.

    Privilegienerweiterung: Der Angreifer versucht, höhere Zugriffsrechte auf dem System zu erlangen, zum Beispiel Administratorrechte, um sich frei bewegen und fortgeschrittenere Operationen durchführen zu können. Häufig nutzt er dafür Systemschwachstellen oder Fehlkonfigurationen aus.

    Ausdehnung des Angriffs: Nachdem er Zugang zu einem einzelnen System erhalten hat, bewegt sich der Angreifer seitlich durch das Netzwerk und versucht, die Kontrolle über weitere Geräte und sensible Bereiche wie Datenbanken oder Domain-Controller zu übernehmen. Dabei werden oft gestohlene Anmeldedaten wiederverwendet oder neue Schwachstellen ausgenutzt.

    Das ultimative Ziel: Der Angreifer kann Daten stehlen, Ransomware installieren (um Dateien zu verschlüsseln und Lösegeld zu fordern), den Datenverkehr stören oder das Netzwerk sabotieren. In einigen Fällen bleibt er lange unentdeckt (Advanced Persistent Threat, APT) und sammelt weiterhin wertvolle Daten.

    Während des gesamten Prozesses nutzen Angreifer verschiedene Techniken, um eine Entdeckung zu vermeiden, etwa Verschlüsselung, Verschleierung oder das Löschen von Protokollen. Cyberangriffe können unterschiedlich komplex sein, folgen aber oft diesem allgemeinen Muster.

    Arten von Cyberangriffen: Die 12 häufigsten Angriffsarten im Überblick

    Es gibt heute viele Arten von Cyberangriffen. Wenn du die verschiedenen Angriffsformen kennst, kannst du deine Netzwerke und Systeme besser schützen. In diesem Abschnitt stellen wir dir die häufigsten Cyberangriffe vor – von Bedrohungen für Einzelpersonen bis hin zu Angriffen auf große Unternehmen.

    1. Malware

    Malware ist eine schädliche Software, die darauf abzielt, Computer, Netzwerke oder Geräte zu beschädigen, zu missbrauchen oder unbefugten Zugriff darauf zu erlangen. Cyberkriminelle nutzen sie, um sensible Daten zu stehlen, Betriebsabläufe zu stören oder Systeme für böswillige Zwecke zu übernehmen.

    Malware kann über betrügerische E-Mails, bösartige Downloads, infizierte Websites oder kompromittierte Software-Updates in dein System gelangen. Sobald sie sich im System befindet, kann sie eine Vielzahl bösartiger Aktivitäten durchführen, wie Daten stehlen, Benutzer ausspionieren oder Dateien beschädigen.

    Malware-Typen:

    Rootkit – Eine Reihe von Software-Tools, die verwendet werden, um eine „Hintertür“ im Gerät des Opfers zu öffnen. Dadurch kann ein Angreifer zusätzliche Malware wie Ransomware und Keylogger installieren oder Fernzugriff auf und Kontrolle über andere Geräte im Netzwerk erlangen. Um nicht entdeckt zu werden, deaktivieren Rootkits häufig die Sicherheitssoftware.

    Trojanisches Pferd – Ein Programm, das scheinbar harmlos ist, aber in Wirklichkeit bösartig ist. In der Regel versteckt sich diese Malware in einem harmlos aussehenden E-Mail-Anhang oder in einer kostenlos heruntergeladenen Anwendung. Sobald der bösartige Code ausgeführt wird, führt er die Aufgabe aus, die der Angreifer vorgesehen hat.

    Spyware – Einmal installiert, überwacht Spyware die Internet-Aktivitäten des Opfers, erfasst Anmeldedaten und spioniert sensible Informationen aus – alles ohne die Zustimmung oder das Wissen des Benutzers. Cyberkriminelle verwenden Spyware, um Kreditkarten- und Bankkontonummern sowie Passwörter auszuspähen. KI-gestützte Passwortangriffe gehen noch weiter und rekonstruieren Passwörter sogar aus dem Tippgeräusch auf der Tastatur.

    Ransomware – Ransomware blockiert den Zugriff auf Dateien oder ein ganzes System, indem sie diese verschlüsselt. Nachdem der Zugriff blockiert wurde, verlangen die Angreifer ein Lösegeld, um die Dateien zu entschlüsseln. Ransomware wird oft über Phishing-E-Mails oder infizierte Websites verbreitet. Ein bekanntes Beispiel ist der WannaCry-Angriff von 2017, von dem Tausende von Organisationen weltweit betroffen waren.

    Adware – Software, die unerwünschte Werbung auf dem Gerät eines Benutzers anzeigt, oft ohne dessen Zustimmung. Sie wird oft unwissentlich installiert, zum Beispiel zusammen mit kostenloser Software. In einigen Fällen kann Adware das Online-Verhalten eines Benutzers verfolgen, um gezielt Werbung zu schalten.

    Würmer – Selbstreplizierende Schadprogramme, die sich über Netzwerke verbreiten, ohne dass ein Benutzer eingreifen muss. Im Gegensatz zu Viren müssen sich Würmer nicht an andere Programme binden. Ihr Hauptziel ist es, so viele Geräte wie möglich zu infizieren.

    Botnet – Ein Netzwerk infizierter Geräte („Bots“), die unter der Kontrolle eines Angreifers stehen. Botnets können für koordinierte Angriffe verwendet werden, z. B. für DDoS-Angriffe, bei denen der Zielserver mit einer übermäßigen Anzahl von Anfragen überflutet wird.

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    2. Denial-of-Service-Angriff (DoS)

    Ein Denial-of-Service-Angriff (DoS) ist ein bösartiger, gezielter Angriff, der ein Netzwerk mit gefälschten Anfragen überflutet, um den Geschäftsbetrieb zu stören.

    Bei einem DoS-Angriff können Benutzer keine normalen Aufgaben ausführen, wie den Zugriff auf E-Mails, Websites oder Online-Konten. Obwohl die meisten DoS-Angriffe nicht zu Datenverlusten führen, verursachen sie für Unternehmen erhebliche Kosten durch Ausfallzeiten und benötigte Ressourcen zur Wiederherstellung.

    Der Unterschied zwischen DoS- und verteilten Denial-of-Service-Angriffen (DDoS) liegt im Ursprung: DoS-Angriffe gehen von einem einzelnen System aus, während DDoS-Angriffe von mehreren Systemen gleichzeitig durchgeführt werden.

    Mit der NIS2-Richtlinie müssen Unternehmen nachweisen, dass sie gegen solche Angriffe gewappnet sind.

    3. Phishing – was ist das?

    Phishing ist eine Cyberattacke, bei der Angreifer versuchen, sensible Daten wie Login-Daten, Passwörter oder Kreditkarteninformationen zu stehlen. Dabei geben sich die Täter als vertrauenswürdige Quelle aus, oft durch gefälschte E-Mails oder Nachrichten, die scheinbar von seriösen Unternehmen oder Kollegen stammen. Phishing tritt dabei in unterschiedlichen Formen auf, die sich vor allem in Zielgruppe und Kanal unterscheiden:

    E-Mail-Phishing – Die häufigste Form, bei der Angreifer massenhaft betrügerische E-Mails versenden, die vorgeben, von vertrauenswürdigen Quellen wie Banken oder Online-Diensten zu stammen. Die E-Mail enthält einen bösartigen Link oder Anhang, der auf eine gefälschte Website weiterleitet.

    Spear-Phishing – Eine gezielte Form des Phishings, die auf bestimmte Personen oder Organisationen abzielt. Im Gegensatz zu Massen-Phishing verwenden Spear-Phishing-Angriffe personalisierte Informationen (z. B. den Namen des Empfängers oder seine Berufsbezeichnung), um die Nachricht legitimer erscheinen zu lassen.

    Whaling – Konzentriert sich auf hochrangige Personen innerhalb einer Organisation, wie CEOs oder leitende Angestellte. Die Angreifer nutzen oft dringende geschäftliche Angelegenheiten als Köder.

    Vishing (Sprachphishing) – Phishing-Angriffe, die über Telefonanrufe durchgeführt werden. Die Angreifer geben sich als vertrauenswürdige Organisationen wie Banken oder Behörden aus.

    Smishing (SMS-Phishing) – Phishing über SMS oder Textnachrichten. Der Angreifer sendet eine Textnachricht mit einer betrügerischen Nachricht, die den Empfänger zu dringenden Maßnahmen auffordert.

    Welche Phishing-Form auch dahintersteckt – entscheidend ist, sie rechtzeitig zu erkennen. Worauf IT-Fachkräfte achten müssen, bündelt die Checkliste Phishing-Mails erkennen: von der Absender- und Header-Analyse bis zu OAuth-Consent-Fallen.

    4. Spoofing

    Bei einem Spoofing-Angriff gibt sich ein Angreifer als eine vertrauenswürdige Instanz oder ein vertrauenswürdiges System aus, um Personen oder Systeme zu täuschen, damit sie Zugang gewähren oder sensible Informationen weitergeben. Das Hauptziel besteht darin, sich unbefugten Zugang zu verschaffen, Daten zu stehlen oder weitere Angriffe unter dem Deckmantel einer legitimen Quelle zu starten.

    E-Mail-Spoofing – Die Angreifer versenden betrügerische E-Mails, die vorgeben, von einem vertrauenswürdigen Absender zu stammen. Indem sie das Feld „Von“ in der Kopfzeile ändern, erwecken sie den Eindruck, dass die E-Mail von einer anderen Person stammt.

    IP-Spoofing – Angreifer manipulieren die Quell-IP-Adresse im Paket-Header, um das Paket so aussehen zu lassen, als käme es von einer vertrauenswürdigen IP-Adresse. Häufig verwendet bei DDoS-Angriffen.

    URL-Spoofing – Angreifer erstellen gefälschte Websites, um legitime Websites zu imitieren. Ein Angreifer registriert einen Domainnamen, der einer vertrauenswürdigen Website ähnelt (z. B. „g00gle.com“ statt „google.com“).

    ARP-Spoofing – Ein Angreifer sendet gefälschte ARP-Nachrichten innerhalb des lokalen Netzwerks, um die Übertragung von Daten zwischen Geräten abzufangen, zu verändern oder zu stoppen. Häufig bei Man-in-the-Middle-Angriffen eingesetzt.

    5. Identitätsbasierte Angriffe

    Identitätsbasierte Angriffe sind besonders schwer zu erkennen. Wenn die gültigen Anmeldedaten eines Benutzers kompromittiert wurden und ein Angreifer sich als dieser Benutzer ausgibt, ist es oft sehr schwierig, das typische Verhalten eines Benutzers von dem eines Hackers zu unterscheiden.

    Man-in-the-Middle-Angriff (MITM) – Bei einem MITM-Angriff greift ein Angreifer heimlich in die Kommunikation zwischen zwei Parteien ein, um sie abzuhören oder zu manipulieren. Ziel ist meist der Diebstahl sensibler Daten wie Anmeldedaten oder Bankinformationen.

    Pass-the-Hash-Angriff (PtH) – Cyberkriminelle stehlen einen Passwort-Hash und nutzen ihn direkt zur Authentifizierung, ohne das Passwort zu entschlüsseln. Besonders in Windows-Umgebungen verbreitet.

    Golden-Ticket-Angriff – Angreifer nutzen Schwachstellen im Kerberos-Authentifizierungsprotokoll (Microsoft Active Directory), um ein „goldenes Ticket“ mit uneingeschränktem Zugriff auf Netzwerkressourcen zu erstellen.

    Silver-Ticket-Angriff – Angreifer erstellen gefälschte Service-Tickets, um Zugang zu bestimmten Diensten (z. B. Dateifreigabe, Datenbanken) zu erhalten.

    Credential Harvesting – Das systematische Sammeln von Benutzerdaten, häufig durch Phishing, Keylogging oder Einbruch in Datenbanken.

    Credential Stuffing – Verwendung gestohlener Anmeldedaten aus einem kompromittierten System, um Zugriff auf andere Systeme zu erhalten. Da viele Nutzer dieselben Passwörter für mehrere Konten nutzen, ist diese Methode überraschend effektiv.

    Password Spraying – Wenige häufig genutzte Passwörter werden gegen viele verschiedene Konten getestet, um Sperrmechanismen zu umgehen.

    Brute-Force-Angriffe – Passwörter oder Verschlüsselungsschlüssel werden systematisch durch Ausprobieren erraten, bis das richtige Passwort gefunden ist.

    6. Code-Injection-Angriffe

    Bei Code-Injection-Angriffen fügt ein Angreifer bösartigen Code in ein anfälliges System ein, um dessen Funktionsweise zu manipulieren.

    SQL-Injection – Ein Angriff, der Systemschwachstellen ausnutzt, um böswillige SQL-Anweisungen in eine datengesteuerte Anwendung einzuschleusen. Damit kann ein Angreifer Informationen aus der Datenbank extrahieren, ändern oder löschen.

    Cross-Site Scripting (XSS) – Ein Angreifer schleust bösartigen Code in eine legitime Website ein. Der Code wird dann im Webbrowser des Benutzers ausgeführt und ermöglicht es dem Angreifer, vertrauliche Informationen zu stehlen.

    Malvertising – Angreifer schleusen bösartigen Code in Online-Werbeanzeigen ein. Wenn ein Website-Besucher darauf klickt, installiert der schädliche Code Malware oder Adware auf dem Computer.

    Data Poisoning – Ein Angreifer kompromittiert absichtlich einen Trainingsdatensatz, der von einem KI- oder ML-Modell verwendet wird. Durch die Manipulation der Trainingsdaten kann der Angreifer Verzerrungen verursachen oder absichtlich falsche Ergebnisse erzeugen.

    7. Angriff auf die Lieferkette

    Ein Angriff auf die Lieferkette ist eine Cyberangriffsart, bei der ein vertrauenswürdiger Drittanbieter angegriffen wird, der wichtige Dienstleistungen oder Software für die Lieferkette bereitstellt. Bei Software-Lieferkettenangriffen wird bösartiger Code in eine Anwendung eingeschleust, um alle Benutzer zu infizieren, während Hardware-Lieferkettenangriffe physische Komponenten manipulieren.

    Software-Lieferketten sind besonders anfällig, weil moderne Software nicht von Grund auf neu entwickelt wird, sondern viele Standardkomponenten enthält – wie APIs von Drittanbietern, Open-Source-Code und proprietäre Softwareelemente.

    Die NIS2-Richtlinie adressiert dieses Risiko gezielt: Unternehmen müssen künftig auch die Sicherheit ihrer Lieferkette nachweisen.

    8. Social-Engineering-Angriffe

    Social Engineering beschreibt eine Technik, bei der Angreifer psychologische Manipulation einsetzen, um ihre Opfer zu bestimmten Handlungen zu verleiten. Sie nutzen starke Motivatoren wie Geld, Angst oder Status, um an sensible Informationen zu gelangen.

    Pretexting – Angreifer erschleichen sich Zugang, indem sie ein falsches Szenario vortäuschen und sich als Investmentbanker, Personalmitarbeiter oder IT-Spezialisten ausgeben.

    Business Email Compromise (BEC) – Angreifer imitieren vertrauenswürdige Personen, um Mitarbeiter oder Kunden zu manipulieren – etwa zur Überweisung von Geld oder Herausgabe von Daten.

    Desinformationskampagne – Gezielte Falschinformationen, oft zu politischen oder ideologischen Themen. Diese Form von Hacktivismus nutzt soziale Medien mit großer Reichweite, um mittels Bots und Fake-Accounts falsche Narrative zu verbreiten.

    Honeytrap – Angriffe, die auf Nutzer von Dating-Plattformen abzielen. Angreifer erstellen Fake-Profile und nutzen die aufgebaute emotionale Bindung.

    Tailgating – Eine Form des persönlichen Angriffs, bei dem sich der Angreifer einem Mitarbeiter nähert und ihn bittet, ihm die Tür zu öffnen, um dann sensible Informationen zu stehlen oder zu zerstören.

    Praktische Sicherheitstipps für den Arbeitsalltag helfen, Social-Engineering-Angriffe frühzeitig zu erkennen.

    9. Insider-Bedrohungen

    IT-Teams, die sich ausschließlich auf externe Bedrohungen konzentrieren, behandeln nur einen Teil der Sicherheitsumgebung. Interne Bedrohungen durch aktuelle oder ehemalige Mitarbeiter stellen ein erhebliches Risiko dar, da diese Personen direkten Zugang zum Netzwerk des Unternehmens, zu sensiblen Daten und geistigem Eigentum haben.

    Nicht alle Insider-Bedrohungen sind böswillig – manche entstehen durch Fahrlässigkeit. Um sowohl absichtlichen als auch unbeabsichtigten Insider-Bedrohungen wirksam zu begegnen, solltest du ein solides Schulungsprogramm für Cybersicherheit einführen.

    Im Homeoffice steigt das Risiko slocher Verstöße – hier setzt gezielte Cybersicherheit im Homeoffice mit klaren Regeln für Verifikation und Meldung an.

    10. DNS-Tunneling

    DNS-Tunneling ist eine Cyberangriffsmethode, bei der DNS-Anfragen und -Antworten genutzt werden, um herkömmliche Sicherheitsmaßnahmen zu umgehen und Daten und Code über ein Netzwerk zu übertragen.

    Nach erfolgreicher Infiltration kann der Angreifer Befehls- und Steuerungsaktivitäten durchführen. Der entstandene Tunnel ermöglicht dem Hacker, Malware zu starten oder Daten, IP-Adressen sowie andere sensible Informationen zu erhalten, indem diese Bit für Bit in DNS-Antworten verschlüsselt werden.

    DNS-Tunneling-Angriffe gelten in der Fachwelt als wachsende Bedrohung – auch deshalb, weil sie vergleichsweise einfach zu implementieren sind.

    11. IoT-basierte Angriffe

    Ein IoT-basierter Angriff ist jeder Cyberangriff, der auf ein IoT-Gerät oder -Netzwerk abzielt. Sobald das Gerät kompromittiert ist, kann ein Angreifer die Kontrolle übernehmen, Daten stehlen oder sich einer Gruppe infizierter Geräte anschließen, um ein Botnet zu erstellen und DoS- oder DDoS-Angriffe zu starten.

    Da die Zahl der vernetzten Geräte rasch zunimmt, erwarten Branchenanalysten, dass auch IoT-bezogene Angriffe weiter steigen werden. Die Einführung von 5G-Netzwerken könnte diesen Trend zusätzlich verstärken.

    12. KI-gestützte Angriffe

    So wie Cybersecurity-Experten KI und ML nutzen, um ihre Online-Umgebungen zu schützen, setzen Angreifer diese Tools ein, um sich Zugang zu Netzwerken zu verschaffen oder sensible Informationen zu stehlen.

    Nachteilige KI/ML – Angriffe, die darauf abzielen, KI- und maschinelle Lernsysteme zu stören oder zu manipulieren, indem sie während der Trainingsphase irreführende Daten einbringen. Beispiel: Ein autonomes Fahrzeug mit KI, bei dem ein Angreifer das Erscheinungsbild eines Stoppschildes verändert, sodass es als Vorfahrt-gewähren-Schild erkannt wird.

    Dark AI – Die böswillige Nutzung von KI-Technologien zur Ausnutzung von Systemschwachstellen. Im Gegensatz zu konventionellen Angriffen operiert Dark AI oft im Verborgenen und ist daher schwer zu entdecken.

    Deepfake – Bei Deepfake wird künstliche Intelligenz eingesetzt, um äußerst realistische, aber gefälschte Medien zu erstellen, darunter Bilder, Videos und Audio. Diese Fälschungen können täuschen, indem sie den Anschein erwecken, dass Menschen Dinge gesagt oder getan haben, die sie nie getan haben. Deepfakes erkennen wird mit der steigenden Qualität der KI-Modelle selbst für geschulte Mitarbeitende zunehmend anspruchsvoller.

    KI-generiertes Social Engineering – Entwicklung ausgefeilter Chatbots oder virtueller Assistenten, die menschliche Interaktionen imitieren. Diese KI-Systeme unterhalten sich mit Nutzern, um an sensible Informationen zu gelangen oder sie zu bösartigen Handlungen zu überreden.

    Wie kann ein Cyber-Angriff verhindert werden?

    Cyberangriffe werden immer häufiger und raffinierter. Die gute Nachricht ist, dass es einige Dinge gibt, die Unternehmen tun können, um das Risiko zu minimieren.

    Aktualisiere deine Software – Aktualisierte Softwaresysteme sind widerstandsfähiger als veraltete Versionen – bekannte Schwachstellen sind das häufigste Einfallstor für Angreifer. Laut BSI-Lagebericht 2024 wurden 2023 täglich 78 neue Schwachstellen in Softwareprodukten entdeckt. Besonders kritisch sind sogenannte Zero-Day-Schwachstellen – Sicherheitslücken, für die noch kein Patch existiert. Regelmäßiges Patch-Management und die Überwachung von Sicherheitshinweisen sind deshalb unverzichtbar.

    Installiere eine Firewall – Firewalls sind nützlich, um verschiedene Angriffe wie z. B. DoS-Angriffe zu verhindern. Sie kontrollieren den Netzwerkverkehr und stoppen verdächtige Aktivitäten.

    Sichere deine Daten – Erstelle Backups und verschiebe diese an einen anderen, sicheren Speicherort. Das kann Cloud-Speicher oder ein physisches Gerät wie eine Festplatte sein.

    Datenverschlüsselung – Die Verschlüsselung von Daten stellt sicher, dass nur diejenigen auf die Daten zugreifen können, die den Entschlüsselungsschlüssel besitzen.

    Verwende sichere Passwörter – Verwende von vornherein sichere Passwörter und vermeide, dieselben Passwörter für verschiedene Konten zu benutzen. Wenn du deine Passwörter regelmäßig aktualisierst und Passwörter verwendest, die Sonderzeichen, Groß- und Kleinbuchstaben und Zahlen kombinieren, kannst du alle deine Konten schützen.

    Zwei-Faktor-Authentifizierung – Nutze die Zwei-Faktor- oder Multi-Faktor-Authentifizierung. Bei der Zwei-Faktor-Authentifizierung musst du zwei verschiedene Authentifizierungsfaktoren für deine Anmeldung angeben.

    Schulungen zur Cybersicherheit – Umfassende Schulungen zur Cybersicherheit sind eine der effektivsten Möglichkeiten, praktische Kenntnisse zu erwerben. Eine solche Schulung vermittelt ein umfassendes Verständnis der verschiedenen Arten von Bedrohungen und Techniken, um Systeme zu kompromittieren und an sensible Daten zu gelangen.

    Weil Phishing laut BSI der häufigste Angriffsvektor bleibt, sollten Schulungen gezielt vermitteln, wie sich Phishing-Versuche frühzeitig erkennen lassen.

    Häufige Fragen zu Cyberangriffen

    Ein Cyberangriff ist der Versuch, sich ohne Berechtigung Zugang zu Computersystemen, Netzwerken oder Daten zu verschaffen, um diese zu stehlen, zu manipulieren oder zu zerstören. Die Motive reichen von finanziellem Gewinn über Spionage bis hin zu politisch motiviertem Hacktivismus.

    Zu den häufigsten Angriffsarten zählen Malware (Ransomware, Trojaner, Spyware), Phishing, Denial-of-Service-Angriffe (DoS/DDoS), Social Engineering, Spoofing, Code-Injection (SQL-Injection, XSS), Angriffe auf die Lieferkette, Insider-Bedrohungen und KI-gestützte Angriffe wie Deepfakes.

    Die wichtigsten Schutzmaßnahmen sind regelmäßige Software-Updates und Patch-Management, der Einsatz von Firewalls, Datenverschlüsselung, sichere Passwörter mit Multi-Faktor-Authentifizierung, regelmäßige Datensicherungen und Cybersicherheitsschulungen für Mitarbeiter.

    Während Phishing massenhaft an viele Empfänger versendet wird, zielt Spear-Phishing auf bestimmte Personen oder Organisationen. Spear-Phishing nutzt personalisierte Informationen wie Name, Position oder Projektdetails, um die Nachricht glaubwürdiger erscheinen zu lassen.

    Laut IBM Cost of a Data Breach Report 2024 verursacht ein einzelner Sicherheitsvorfall durchschnittlich 4,88 Millionen US-Dollar Schaden – ein Anstieg von 10 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Im Finanzsektor liegen die Kosten mit 6,08 Millionen US-Dollar noch höher.

    Cyberangriffe erkennen und Schäden vermeiden

    Cyber-Bedrohungen wie Malware, Ransomware, Phishing und Man-in-the-Middle-Angriffe werden immer raffinierter und verursachen ernsthafte finanzielle und rufschädigende Schäden.

    Daher ist eine solide Cybersicherheitsstrategie von entscheidender Bedeutung, die nicht nur technische Maßnahmen, sondern auch eine gründliche Schulung der Benutzer und Mitarbeiter umfasst. Die zuverlässige Sicherung von Daten, die Überwachung von Aktivitäten und die Investition in moderne Bedrohungsscanner sind wichtige Schritte. Regelmäßige Schulungen zur Cybersicherheit helfen, das Risiko menschlicher Fehler zu minimieren.

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    System Engineer bei msg life Slovakia mit Schwerpunkt Infrastruktur, Endpoint Security und Automatisierung. Zuvor administrierte er als System Administrator über zwei Jahre die Hardware- und Endpoint-Infrastruktur des Unternehmens – inklusive Active Directory, BitLocker und Remote-Troubleshooting.

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