Definition

Spambot bezeichnet ein weitgehend autonom agierendes Computerprogramm, das unerwünschte Nachrichten massenhaft verschickt oder hinterlässt, etwa als Spam-E-Mails über Rechner eines Botnetzes oder als automatisch hinterlassene Beiträge in Foren und Gästebüchern.

Auf einen Blick

Beschafft E-Mail-Adressen oder nutzt Konten und Zugänge, um Nachrichten automatisiert zu verbreiten

Kann Phishing- oder Malware-Kampagnen mit Nachrichten versorgen

Ein plötzlicher Anstieg von Spam kann auf veröffentlichte Adresslisten hindeuten

Was ist Spambot?

Spambot setzt sich aus Spam und Bot zusammen: Spam steht für massenhaft versandte, unerwünschte Nachrichten, ein Bot ist ein Programm, das bestimmte Aufgaben automatisiert ausführt. Ein Spambot kann E-Mail-Adressen sammeln, indem er Websites systematisch durchsucht, oder Adressen aus gängigen Kombinationen zusammensetzen. Der Versand läuft je nach Fall über kompromittierte Rechner eines Botnetzes, über Zugänge zu Mailservern oder über Konten und Bots auf Plattformen. Laut BSI spricht man von einem Botnetz, wenn sich sehr viele infizierte Systeme, meist mehrere Tausend, per Fernsteuerung zusammengeschlossen haben. Wo ein Spambot Foren oder Gästebücher bedient, hinterlässt er die Beiträge direkt auf der Website, statt Nachrichten an Postfächer zu schicken.

Der Spambot Onliner nutzte rund 80 Millionen Mailserver-Logins, um über vertrauenswürdige SMTP-Server Spam mit Banking-Malware zu versenden und so Filtermechanismen zu umgehen. Ein Spambot verbreitet automatisiert unerwünschte Nachrichten und kann als Werkzeug für Phishing- oder Malware-Kampagnen dienen; sammelt er E-Mail-Adressen eines Versicherers im Internet ein, können solche Nachrichten dessen Mitarbeiter erreichen. Manchmal richten Betrüger ihre Nachrichten gezielt an bestimmte Gruppen, etwa an Mitarbeiter eines bestimmten Unternehmens.

Wie funktioniert Spambot?

Ein Spambot beschafft Zieladressen und verschickt oder hinterlässt Nachrichten automatisiert, ohne dass für jede Nachricht ein Mensch tätig wird. Adressen entstehen durch das Auslesen öffentlich zugänglicher Websites, etwa von Social-Media-Plattformen, durch das Zusammensetzen gängiger Kombinationen oder aus Datensätzen, die im Untergrund veröffentlicht wurden. Bei einem Botnetz kann eine einzelne Person alle Bots zentral steuern und ihnen die gleichen Aufgaben befehlen; damit können Kriminelle innerhalb kürzester Zeit eine Vielzahl von Spam-Mails verbreiten.

Manche Bots senden dabei nur wenige Nachrichten über einen kurzen Zeitraum. Laut BSI verhalten sich viele Bots zunächst so unauffällig, dass die Besitzer infizierter Rechner nichts bemerken. Die versandten Nachrichten können Phishing-Seiten bewerben oder mit Schadcode-Anhängen präpariert sein. Laut MITRE ATT&CK lassen sich auch cloudbasierte Messaging-Dienste missbrauchen, um große Mengen an Spam-Nachrichten zu versenden. Auf Plattformen läuft der Missbrauch zum Beispiel über automatisch angelegte Konten oder Bots, die Nachrichten an Nutzer schicken, etwa als Benachrichtigungen.

Woran erkenne ich einen Spambot?

Signal Woran erkennbar
Plötzlicher Anstieg von Spam im Postfach Ein sprunghafter Anstieg kann darauf hindeuten, dass ein Satz E-Mail-Adressen einschließlich der eigenen im Untergrund veröffentlicht wurde.
Ungebetene Mails mit Anhängen Spam kann mit Schadcode-Anhängen präpariert sein; im dokumentierten Fall Onliner enthielten die Mails Banking-Malware.
Viele neue Konten in kurzer Folge auf einer Plattform Automatisch angelegte Konten, die Nutzer mit Benachrichtigungen überfluten, kennzeichneten eine dokumentierte Spamwelle auf Mastodon.

Schutz im Ernstfall

Vorbeugen

  • Sicherheitssoftware mit Anti-Phishing- und Anti-Spam-Funktionen einsetzen, die das Volumen unerwünschter Nachrichten verringern kann.
  • Mitarbeitern empfehlen, Social-Media-Konten privat zu halten, damit Scraping-Bots dort weniger E-Mail-Adressen einsammeln können.
  • Unerwartete Anhänge und Links auch bei bekannten Absendern nicht öffnen.

Was tun im Ernstfall

  • Rechner, bei denen der Verdacht besteht, dass sie Spam versenden, vom Netzwerk trennen.
  • Auffälligen Spam und verdächtige Geräte der IT-Sicherheit melden.
  • Ein betroffenes Gerät durch die IT-Sicherheit analysieren und neu aufsetzen lassen.
  • Nicht auf Abmelde-Links klicken und nicht auf Spam antworten, weil dies die Adresse gegenüber dem Absender bestätigt.

Beispiele aus der Praxis

  • Das Toolkit Telekopye arbeitet als Telegram-Bot, der Betrügern beim Betrug ihrer Opfer hilft; es erstellt Phishing-Webseiten aus Vorlagen und erzeugt und versendet Phishing-E-Mails sowie SMS.
  • Bei einer Spamwelle auf Mastodon richteten Bots automatisiert neue Accounts auf kleinen Instanzen ein, um Nutzer mit Benachrichtigungen zu überfluten.
  • Ein Computerprogramm kann Spam in Internetforen oder elektronischen Gästebüchern automatisch hinterlassen.
  • Sammelt ein Spambot öffentlich auffindbare E-Mail-Adressen eines Versicherers ein, können Spam- oder Phishing-Nachrichten dessen Mitarbeiter erreichen.