Scareware ist eine bösartige Software oder ein Betrug, der mit gefälschten Virenwarnungen oder dringenden Meldungen vortäuscht, das Gerät sei infiziert, und Nutzer unter Druck setzt, für gefälschte Sicherheitsprogramme zu zahlen oder persönliche Daten preiszugeben.
Auf einen Blick
Fehlermeldungen bekannter Anwendungen oder Betriebssysteme werden nachgeahmt.
Die Einordnung als Social Engineering beruht auf der Manipulation menschlicher Emotionen.
Bei der Täuschung setzt Scareware auf psychologischen Druck.
Was ist Scareware?
Scareware basiert auf Täuschung und Angst, indem sie Infektionen meldet, die nicht vorhanden sind, und so zum Kauf eines vermeintlichen Schutzprogramms drängt. Scareware gilt als automatisierte Form des Social Engineering, die menschliche Emotionen manipuliert, um ihr Ziel zu erreichen. Die Warnungen betreffen etwa vorgetäuschte Virenfunde oder angebliche Systemfehler, und die Programme versuchten, dem Anwender den Kauf einer Vollversion aufzudrängen. Zahlungen können für wertlose Produkte fließen, während ein gewährter Fernzugriff zur weiteren Installation von Malware oder zu Datendiebstahl führen kann. Auch persönliche Daten, etwa Kreditkarten- oder Zugangsdaten, können das Ziel sein. Auch irreführende Websites, die Panik erzeugen, sollen Benutzer zu unsicheren Handlungen drängen.
Gefälschte Warnmeldungen über angebliche Virenfunde können Mitarbeiter eines Versicherers verängstigen und dazu verleiten, nutzlose Software zu kaufen, eine angebliche Support-Hotline anzurufen oder Fernzugriff auf das Gerät zu gewähren. Die Täuschung kann auch auf technischen Support zielen: Gefälschte Meldungen behaupten, der Computer sei infiziert, und drängen dazu, gefälschten technischen Support anzurufen oder Fernzugriff auf das Gerät zu gewähren. Die Meldungen sollen Dringlichkeit erzeugen, damit Nutzer zu unsicheren Handlungen gedrängt werden.
Wie funktioniert Scareware?
Scareware verlässt sich bei der Täuschung in erster Linie auf psychologische Manipulation und ist darauf ausgelegt, sichtbar und alarmierend zu sein. Im Gegensatz zu herkömmlicher Malware, die sich stillschweigend ausbreitet, zeigt sie Warnungen vor angeblichen Infektionen an. Eingeschleust werden kann sie über gefälschte Websites, irreführende Werbeanzeigen oder Phishing-E-Mails. Dabei werden Fehlermeldungen bekannter Anwendungen oder Betriebssysteme nachgeahmt. Gefälschte Virenwarnungen oder dringende Meldungen sollen glauben machen, dass das Gerät infiziert ist; auf diese Weise setzt die Software Nutzer unter Druck.
Eine als kostenloses Antivirenprogramm verteilte Scareware meldet gefährliche Infektionen, die nicht vorhanden sind; manche dieser Programme hatten keine Funktion und meldeten nach der Installation lediglich eine erfolgreiche Desinfektion des PCs, unabhängig davon, ob er befallen war. Manche Scareware-Anwendungen sammeln sensible persönliche Informationen wie Kreditkarten-, Kontodaten und Zugangsdaten. Wer einer gefälschten Meldung folgt, kann dazu gedrängt werden, eine Nummer anzurufen oder Fernzugriff zu gewähren, und das kann zur Installation weiterer Malware führen.
Scareware im Vergleich
| Kriterium | Scareware | Ransomware und Spyware |
|---|---|---|
| Mittel gegenüber Nutzern | Täuscht Nutzer zu unnötigen Käufen. | Ransomware droht mit dem dauerhaften Verlust, wenn kein Lösegeld gezahlt wird. |
| Sichtbarkeit | Ist darauf ausgelegt, sichtbar und alarmierend zu sein. | Herkömmliche Malware breitet sich stillschweigend aus; Ransomware verschlüsselt Dateien und fordert Lösegeld. |
| Überschneidungen | Manche Scareware-Anwendungen sammeln sensible Daten wie Kreditkarten- oder Zugangsdaten; werden Dokumente verschlüsselt, wird diese Form auch als Ransomware bezeichnet. | Bei einem Anruf bei gefälschtem Support kann Spyware installiert werden. |
Woran erkenne ich Scareware?
| Signal | Woran erkennbar |
|---|---|
| Dauerhafte Warnmeldungen | Legitime Antivirensoftware überhäuft Nutzer außerhalb normaler Scans selten mit ununterbrochenen Warnungen. |
| Sofortige Zahlungsaufforderung per Pop-up | Legitime Antivirensoftware verlangt selten per Pop-up unter hohem Druck eine sofortige Zahlung. |
| Nachgeahmte Fehlermeldungen | Scareware ahmt Fehlermeldungen bekannter Anwendungen oder Betriebssysteme nach. |
| Aufforderung zu Anruf oder Fernzugriff | Gefälschte Meldungen behaupten, der Computer sei infiziert, und drängen dazu, gefälschten technischen Support anzurufen oder Fernzugriff zu gewähren. |
Schutz im Ernstfall
Vorbeugen
- Mitarbeiter anhalten, in unerwarteten Warnmeldungen im Browser oder in Pop-ups nichts anzuklicken, wie ernst oder glaubwürdig sie auch klingen, und sie der IT-Sicherheit zu melden
- Mitarbeiter über Täuschung und Social Engineering aufklären
- Einen festen Meldeweg an die IT-Sicherheit für verdächtige Warnmeldungen vorgeben
Was tun im Ernstfall
- Den Browser sofort schließen, notfalls über den Task-Manager (Windows) beziehungsweise „Sofort beenden“ (Mac) beenden, und das Gerät vom Netzwerk trennen
- Den Vorfall der IT-Sicherheit melden, bevor selbst etwas deinstalliert oder bereinigt wird
- Zugangsdaten, die auf dem Gerät verwendet wurden, sofort von einem nicht betroffenen Gerät aus ändern
- Das Gerät durch die IT-Sicherheit analysieren und, falls Software installiert oder Fernzugriff gewährt wurde, neu aufsetzen lassen
Beispiele aus der Praxis
- Ein Pop-up behauptet, der Computer sei infiziert, und fordert dazu auf, gefälschten technischen Support anzurufen oder Fernzugriff auf das Gerät zu gewähren.
- In Werbebannern auf Nachrichtenseiten wurde Scareware ausgespielt, die Anwendern eine Infektion des PCs vortäuschte.
- Im Jahr 2018 wurde eine Welle von mehr als 100 Domains verfolgt, die Scareware-ähnliche Pop-ups mit Warnungen vor kritischen Infektionen anzeigten.
- Warnmeldungen über angebliche Virenfunde können Mitarbeiter eines Versicherers verängstigen und dazu verleiten, nutzlose Software zu kaufen, eine angebliche Support-Hotline anzurufen oder Fernzugriff zu gewähren.
Die Varianten im Detail (5)
Fake-Sicherheitswarnung Fake-Sicherheitswarnung ist eine erfundene Meldung, die eine Infektion oder Sicherheitslücke auf dem Gerät vortäuscht.
Sie erscheint als Pop-up oder Seiteneinblendung und ahmt Warnhinweise echter Sicherheitsprogramme nach. Ziel ist, den Nutzer zu einer Handlung wie Installation oder Zahlung zu bewegen.
Fake-Update Fake-Update ist eine vorgetäuschte Aktualisierungsmeldung, die in Wahrheit Schadsoftware verbreitet.
Die Meldung gibt vor, Browser, Betriebssystem oder Plug-in sei veraltet, und bietet einen Download an. Im Unterschied zu reiner Scareware steht hier der Einsatz als Verbreitungsweg für Schadsoftware im Vordergrund.
Gefälschte Fehlermeldung Gefälschte Fehlermeldung ist eine vorgetäuschte Systemmeldung, die einen Defekt oder Fehler auf dem Gerät behauptet.
Sie ahmt Dialoge des Betriebssystems oder von Anwendungen nach und verweist auf angebliche Abhilfe, etwa einen Download oder eine Supportnummer. So entsteht der Eindruck dringenden Handlungsbedarfs.
Rogueware Rogueware ist gefälschte Sicherheitssoftware, die Schädlinge zu entfernen vorgibt und selbst nutzlos oder schädlich ist.
Die Programme melden erfundene Funde und verlangen für die vermeintliche Bereinigung eine Zahlung. Der Begriff überschneidet sich stark mit Scareware und wird oft als deren Unterart oder Synonym verwendet.
YAC-Scareware YAC-Scareware ist die Bezeichnung für eine bestimmte Scareware-Variante mit der Kennung YAC.
Als Scareware zeigt sie vorgetäuschte Warnungen, um Nutzer zur Installation oder Bezahlung zu drängen. Näheres zu Herkunft und Verhalten dieser Variante ist hier nicht belegt.