Definition

Ein Peer-to-Peer-Netzwerk ist eine dezentrale Kommunikationsarchitektur, in der Rechner Daten direkt untereinander austauschen und jeder Knoten gleichzeitig als Client und als Server arbeiten kann, statt nur Dienste anzufordern.

Auf einen Blick

Peer-to-Peer ist eine dezentrale Kommunikation, bei der jede Partei über dieselben Funktionen verfügt und eine Kommunikationssitzung starten kann.

Weil reine Peer-to-Peer-Netzwerke nicht auf zentralen Servern basieren, können sie sich besser skalieren lassen und bei Ausfällen oder Verkehrsengpässen widerstandsfähiger sein als Client-Server-Netzwerke.

Beim Herunterladen einer Datei kann sich die Übertragungslast auf die Peers verteilen, die diese Datei enthalten.

Was ist Peer-to-Peer-Netzwerk?

In einem reinen Peer-to-Peer-Netz sind alle Computer gleichberechtigt: Die Computer können Dienste sowohl in Anspruch nehmen als auch zur Verfügung stellen. Im Client-Server-Modell stellt der Client eine Dienstanforderung und der Server beantwortet die Anfrage; im Peer-to-Peer-Modell kann dagegen jeder Knoten gleichzeitig beides tun. Dateien liegen dann nicht auf einem zentralen Server, sondern sind über das gesamte Netz verteilt. Reine Systeme kommen ohne zentrale Instanz aus, während zentralisierte Peer-to-Peer-Systeme einen zentralen Server zur Verwaltung benötigen, um zu funktionieren. Viele P2P-Programme konzentrieren sich auf die Verteilung von Medien wie Video- und Musik-Dateien; daher wird Peer-to-Peer häufig mit Softwarepiraterie und Urheberrechtsverletzungen in Verbindung gebracht.

P2P-Systeme können verwendet werden, um anonymisiertes Routing des Netzwerkverkehrs, verteilten Speicher und andere Funktionen bereitzustellen. Ein Peer-to-Peer-Netzwerk kommt als reines System ohne zentralen Server aus. Gehören Rechner eines Versicherers zu einem Botnetz, das über ein solches Netzwerk gesteuert wird, kann die dezentrale Struktur die Abschaltung des Botnetzes erschweren: Bei einem Peer-to-Peer-Modell teilen die Bots Befehle und Informationen untereinander, ohne direkten Kontakt zu einem Steuerungsserver.

Wie funktioniert Peer-to-Peer-Netzwerk?

Sobald die Peers, die ein gesuchtes Objekt halten, im Peer-to-Peer-System identifiziert wurden, wird die Datei in Dateitauschbörsen direkt von Peer zu Peer übertragen. Lädt ein Nutzer eine Datei herunter, kann er unterschiedliche Fragmente der Datei von verschiedenen Computern im Netzwerk erhalten, auf denen diese Datei bereits vorhanden ist. So kann sich die Datenübertragungslast auf die Peers verteilen, die die angefragte Datei enthalten. In einem reinen Peer-to-Peer-Netz verfügt jede Partei über dieselben Funktionen und kann eine Kommunikationssitzung starten.

Auch bei Botnetzen kann dieses Modell zum Einsatz kommen, um die Bots zu steuern. In einem Peer-to-Peer-Modell teilt jeder Bot Informationen und Befehle mit anderen Geräten, indem er sowohl als Client als auch als Server arbeitet. Das erlaubt den Bots, Befehle untereinander auszutauschen, ohne direkten Kontakt zu Command-and-Control-Servern. Peer-to-Peer-Botnetze sind zwar aufwendiger umzusetzen als IRC- oder HTTP-Botnetze, aber widerstandsfähiger, weil sie nicht auf einen einzelnen zentralen Server angewiesen sind.

Beispiele aus der Praxis

  • BitTorrent ist ein Beispiel für ein Internet-Protokoll, das zu Peer-to-Peer-Netzwerken gehört.
  • Das Botnetz GameOver Zeus nutzte eine Peer-to-Peer-Architektur, in der infizierte Systeme direkt miteinander kommunizieren, was Takedowns durch Strafverfolgungsbehörden erheblich erschwert; um das Botnetz zu stören, waren koordinierte internationale Anstrengungen nötig.
  • Gehören Rechner eines Versicherers zu einem Botnetz, das über ein Peer-to-Peer-Netzwerk gesteuert wird, kann die dezentrale Struktur die Abschaltung des Botnetzes erschweren, denn solche Botnetze sind widerstandsfähiger, weil sie nicht auf einen einzelnen zentralen Server angewiesen sind.