Bildforensik ist die Untersuchung digitaler Bilder mit technischen und forensischen Methoden, bei der Bilddateien und ihre Metadaten darauf geprüft werden, ob ein Bild manipuliert wurde oder authentisch ist.
Auf einen Blick
Das Erstellungsdatum eines Bildes stimmt möglicherweise nicht mit dem Datum des behaupteten Schadens überein.
Ein einzelnes verdächtiges Detail beweist laut GDV noch keinen Betrug.
Wiederverwendete Bilder können laut GDV wertvolle Hinweise liefern.
Was ist Bildforensik?
Bildforensik bezeichnet die Untersuchung von Bilddateien und Metadaten mit technischen und forensischen Methoden, um Manipulationen an digitalen Bildern zu erkennen. Laut GDV setzen Versicherer dafür technische und forensische Methoden ein und analysieren neben Bilddateien und Metadaten auch Dokumentstrukturen und die Plausibilität des Gesamtfalls. Wiederverwendete Bilder oder Anzeichen von Bearbeitung innerhalb von Dokumenten können wertvolle Hinweise liefern; ebenso stimmt das Erstellungsdatum möglicherweise nicht mit dem Datum des behaupteten Schadens überein, und Beleuchtung, Schatten oder Perspektive können unlogisch wirken. Das BSI nennt zudem fehlende oder manipulierte Metadaten wie Kameramodell und Datum als Anhaltspunkt. Betrüger können mit Bildbearbeitungsprogrammen digitale Fotos manipulieren oder im Internet kursierende Bilder nutzen.
Bei Ermittlungen eines Versicherers prüft die Bildforensik die Echtheit eingereichter Bilder, etwa durch die Auswertung von Metadaten, und kann so Manipulationen aufdecken. Ein einzelnes verdächtiges Detail beweist laut GDV noch keinen Betrug. Laut GDV betrachten Versicherer nicht nur einzelne Fotos, sondern den Schadenfall insgesamt. Zudem kann ein Foto völlig authentisch wirken und dennoch manipuliert sein. Für KI-generierte Bilder ist laut BSI aktuell noch keine Methode bekannt, die zuverlässig Bilder vieler Generatoren erkennt.
Wie funktioniert Bildforensik?
Bildforensik arbeitet mit Spuren, die eine Bearbeitung im Bildinhalt, in der Bilddatei und in den Metadaten hinterlassen kann. Metadaten wie Kameramodell und Datum können fehlen oder manipuliert sein, und beim Abgleich fällt auf, wenn das Erstellungsdatum nicht zum behaupteten Schadenzeitpunkt passt. Eine Bildersuche, bei der eine Suchmaschine das Internet nach gleichen oder ähnlichen Bildern durchsucht, kann laut BSI dabei helfen, herauszufinden, ob ein Bild an anderen Stellen verwendet wird; Betrüger können Bilder auch aus dem Internet nutzen.
Mittels Methoden aus der Medienforensik ist es möglich, Artefakte zu detektieren, die bei der Verwendung von Manipulationsmethoden auftreten. Künstliche Intelligenz kann große Mengen an Bildern und Dokumenten innerhalb von Sekunden prüfen, Auffälligkeiten markieren und Muster erkennen, die sonst unbemerkt blieben. Auch Beleuchtung und Schatten im Bild können auf eine Bearbeitung hindeuten, ohne dass ein einzelner Befund einen Betrug beweist. Die abschließende Bewertung und Entscheidung bleibt laut GDV Aufgabe erfahrener Fachleute.
Bildforensik im Vergleich
| Kriterium | Bildforensik | Deepfake-Erkennung |
|---|---|---|
| Gegenstand | Untersuchung von Bilddateien und Metadaten, um Manipulationen an digitalen Bildern zu erkennen. | Detektion von Daten, die mit Deepfake-Verfahren manipuliert wurden, in den Medienformen Video, Bild und Audio. |
| Methoden | Laut GDV technische und forensische Methoden zur Analyse von Bilddateien und Metadaten; Versicherer prüfen zusätzlich Dokumentstrukturen und die Plausibilität des Gesamtfalls. | Methoden der Medienforensik oder trainierte KI-Modelle, die Daten automatisiert als manipuliert erkennen sollen. |
| Grenzen | Ein einzelnes verdächtiges Detail beweist laut GDV noch keinen Betrug. | Automatisierte Detektionsmethoden funktionieren laut BSI häufig nur unter gewissen Rahmenbedingungen zuverlässig. |
Woran erkennt die Bildforensik ein manipuliertes Bild?
| Merkmal | Worauf es ankommt |
|---|---|
| Metadaten | Laut BSI ist auf fehlende oder manipulierte Metadaten wie Kameramodell und Datum zu achten. |
| Erstellungsdatum | Das Erstellungsdatum stimmt möglicherweise nicht mit dem Datum des behaupteten Schadens überein. |
| Wiederverwendete Bilder | Wiederverwendete Bilder oder Anzeichen von Bearbeitung innerhalb von Dokumenten können wertvolle Hinweise liefern. |
| Licht, Schatten, Perspektive | Beleuchtung, Schatten oder Perspektive können unlogisch wirken. |
| Einzelnes Detail | Ein einzelnes verdächtiges Detail beweist keinen Betrug, und ein Foto kann völlig authentisch wirken, obwohl es manipuliert ist. |
Beispiele aus der Praxis
- Ein Versicherer erhält Fotos zu einem gemeldeten Schaden und stellt fest, dass das Erstellungsdatum der Bilddateien nicht zum Datum des behaupteten Schadens passt.
- Mehrere Versicherte reichen dasselbe Foto eines Gegenstands als eigenen Schaden ein, das sie aus dem Internet geladen haben; wiederverwendete Bilder liefern dabei einen Hinweis.
- Ein Versicherer prüft bei einem gemeldeten Schaden neben den eingereichten Fotos auch beigefügte Rechnungen und Belege, deren Dokumentstrukturen und die Plausibilität des Gesamtfalls.